Neues Regierungsprotokoll soll belgische Internetnutzer besser vor Cyberkriminalität schützen
Die Föderale Kriminalpolizei (FGP), das Zentrum für Cybersicherheit Belgien (CCB) und das belgische Cybersicherheitsunternehmen Secutec bündeln ihre Kräfte, um Phishing zu stoppen. Das „Nationale Protokoll zur Erkennung und Bekämpfung von Phishing-Bedrohungen“ soll neue, bösartige Websites automatisch erkennen und Internetnutzer vor Phishing-Versuchen warnen. Phishing wird zunehmend durch künstliche Intelligenz gesteuert und ist zu einer echten Plage für die Gesellschaft geworden. Im Jahr 2025 erhielt das CCB etwa 10 Millionen Meldungen über [email protected], wodurch rund 200 Millionen Zugriffe auf bösartige Websites verhindert wurden.
Das Nationale Protokoll zur Erkennung und Bekämpfung von Phishing-Bedrohungen (Phish Nemo) wurde von den Generaldirektoren Laurent Blondiau (Föderale Kriminalpolizei) und Miguel De Bruycker (Zentrum für Cybersicherheit Belgien) sowie von Secutec-CEO Geert Baudewijns unterzeichnet.
Das Regierungsprotokoll basiert auf Phish Nemo, einem Projekt und einer Anwendung der Föderalen Kriminalpolizei Limburg, die seit 2022 Phishing-Domainnamen aufspürt und blockiert. Im Rahmen der heute formalisierten Zusammenarbeit wird die FGP die Phish-Nemo-Anwendung an das CCB übertragen. Ziel ist es, die Anwendung mit Unterstützung von Secutec in größerem Maßstab innerhalb des belgischen Cybersicherheitsökosystems einzusetzen.
Secutec wird Phish Nemo enger mit der BAPS-Phishing-Datenbank (Belgian Anti-Phishing Shield) des CCB integrieren, um sofortige Updates zu ermöglichen. Bis heute hat Secutec die Sicherheitszertifikate verdächtiger Websites gescannt und anschließend betrügerische Adressen manuell zur BAPS-Datenbank hinzugefügt. Neben Phish Nemo arbeitet das CCB mit weiteren vertrauenswürdigen Partnern zusammen, um die Liste kontinuierlich zu aktualisieren.
Die Datenbank steht Telekommunikationsunternehmen zur Verfügung, sodass sie Internetnutzer automatisch auf eine Warnseite umleiten können, wenn diese eine betrügerische oder bösartige Website besuchen. Dieser Prozess konnte bisher mehrere Stunden bis mehrere Tage dauern. Die fein abgestimmte Integration wird daher unmittelbare und grundlegende Auswirkungen auf die Cybersicherheit in unserem Land haben.
Schließlich formalisiert das Protokoll auch den Austausch von Daten über bösartige Websites. So wollen die drei Partner Phishing-Kriminelle besser identifizieren, analysieren und stoppen.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Mit diesem Protokoll entscheiden sich die drei Partner klar dafür, Phishing proaktiv zu bekämpfen und betrügerische Kampagnen zu stoppen, bevor sie Opfer verursachen. Dadurch wird der Druck auf Polizei und Staatsanwaltschaft verringert und mehr Ressourcen können für die nachhaltige Zerschlagung krimineller Netzwerke eingesetzt werden.
Durch die Bündelung der Expertise der Föderalen Kriminalpolizei, des CCB und von Secutec wird ein starker Ansatz möglich, der Erkennung, Datenanalyse, Blockierung und strafrechtliche Ermittlungen integriert. Die Föderale Polizei ist überzeugt, dass die nationale Zusammenarbeit mit Partnern die effektive Bekämpfung von Online-Kriminalität stärkt.
Über Phish Nemo
Das Projekt Phish Nemo wurde 2022 vom Datalab-Team der Föderalen Kriminalpolizei Limburg gestartet. Ihr Ziel war klar: Phishing zu verhindern, indem bösartige Websites bereits bei ihrer Erstellung erkannt werden, während Ermittlungen zuvor erst nach einer formellen Anzeige beginnen konnten. Heute werden die gesammelten Daten genutzt, um Cyberkriminelle oder betrügerische Netzwerke schneller zu identifizieren. Seit 2022 wurden dank Phish Nemo 1.600 bösartige Websites frühzeitig blockiert, über 120.000 potenzielle Opfer geschützt und die Informationen führten zu mehreren konkreten Ermittlungen und Festnahmen.
Für seinen innovativen Ansatz erhielt Phish Nemo 2024 den Best Innovative Project Award beim Circle of Police Leadership (CPL) und 2025 den Preis für den Best Innovative Proposal von Europol EC3.